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Tauben im Gras Zusammenfassung

 
Der Roman "Tauben im Gras" wurde 1951 von Wolfgang Koeppen verfasst und schildert die Nachkriegsimpressionen in München aus Sicht diverser Handlungspersonen am 19. Februar 1951. Das Buch ist in einer Art Montagestil verfasst. Die Erlebnisse der einzelnen Personen werden chronologisch in zunächst voneinander unabhängigen Sequenzen erzählt, die jedoch Überschneidungen aufweisen und auf verschiedene Arten miteinander verknüpft sind. Durch diese Erzähltechnik wird keine der Personen als Protagonist oder Nebencharakter dargestellt, stattdessen werden die Geschichten nahezu gleichwertig behandelt. Im Folgenden findet sich eine Inhaltsangabe aus der Sicht Romas.

Nach einer exzessiven Nacht wacht der Schauspieler Alexander neben seiner Frau Messalina auf. In einer deutschen Filmproduktion soll er den "Erzherzog" verkörpern und beginnt, sich auf die Dreharbeiten vorzubereiten. Das Drehbuch hierzu soll von dem verarmten Schriftsteller Philipp verfasst werden, der jedoch eine Schreibblockade hat und nicht nur deswegen häufig in Streit mit seiner Frau Emilia gerät.

Emilia und Philipp sind gleichermaßen frustriert: Emilia, einst reiche Erbin, kann sich an ihre neue Lebenssituation nur schlecht gewöhnen und hat ein Alkoholproblem. Auch scheint sie Philipp seinen Misserfolg übel zu nehmen. Am Morgen des 19. Februars erwacht sie nach einem Streit alleine und begibt sich schließlich in ein Antiquitätengeschäft, wo sie wertvolle Besitztümer lässt, um die finanziellen Umstände zu entlasten. Hierbei trifft sie auf Alexanders Frau Messalina, die sie zu einer Orgie am Abend einlädt.

Ein weiterer Konflikt wird durch die junge Carla Behrendt und ihren Freund Washington Price, einen amerikanischen Soldaten, beschrieben. Carla leidet unter den Zweifeln und dem Rassismus, der ihrer Beziehung entgegen gebracht wird. Vor allem ihre Mutter ist empört über die Beziehung. Aufgrund dessen streiten die beiden sich schließlich in Frau Behrendts Stammcafè. Vor Washington hält Carla geheim, dass sie ein Kind von ihm erwartet, und begibt sich zu Doktor Frahm, um bei ihm das Kind abtreiben zu lassen. Washington verhindert dies schließlich, wodurch ein Streit entbrennt.

Der Amerikaner Odysseus wandert indessen mit dem alten Josef, der seinen Koffer trägt, durch die Stadt. Er besucht ein Baseballspiel, an dem Washington Price als Spieler teilnimmt. Zuschauer sind außerdem Carlas Sohn Heinz, der einerseits Washington für seine Sportlichkeit und seinen Wohlstand bewundert, andererseits mit dem Rassismus der Gesellschaft mithalten möchte, und sein Freund Ezra.

In einem Club lernt Odysseus Susanne kennen. Nach einem Konflikt wird Josef schließlich durch einen Stein getötet. Man gibt Odysseus die Schuld dafür, dieser flieht zusammen mit Susanne. Am Abend soll neben der Orgie bei Messalina auch eine Lesung des berühmten Dichters Edwin stattfinden. Philipp möchte Edwin unbedingt treffen und ihn für einen Zeitungsartikel befragen, wird aber in einem Hotel von einer Gruppe junger Lehrerinnen mit ihm verwechselt. Vor lauter Scham kehrt er um und erfüllt so seinen Presseauftrag nicht.

In dem Club, in dem Odysseus auf Susanne trifft, kehren schließlich auch der amerikanische Luftwaffesoldat Richard Kirsch, das wieder versöhnte Paar Washington und Carla und Frau Behrendt ein. In einem Hof hinter dem Club rauft Heinz mit Ezra. Vor dem Gebäude entstehen schließlich Unruhen, die durch Josefs Tod ausgelöst wurden. Frau Behrendt schürt die Empörung der Menge sogar noch. Nachdem Odysseus und Susanne unbemerkt den Club verlassen haben, trifft Washington und Carla schließlich die ganze Wut und sie werden von der Menge mit Steinen beworfen.

Nach dem von Philipp und seiner Bekanntschaft Kay besuchten Vortrag von Edwin gehen die beiden in ein Hotelzimmer, schlafen aber nicht miteinander. Von dem Zimmer aus hören sie schließlich den Hilfeschrei Edwins, der von einer Gruppe obdachloser Jugendliche verprügelt wird. Die fragmentartige Erzählweise des Romans offeriert eine interessante Erzählperspektive. Durch die zahlreichen Handlungspersonen gelingt es, ein umfangreiches Bild des Nachkriegsdeutschlands und dessen Einwohnern zu zeichnen, egal welcher Schicht oder Staatsangehörigkeit sie entsprechen. Auch die Schilderung der Gedankenwelt der Protagonisten verleiht der Geschichte zusätzlich Authentizität und Tiefe.

Alles in allem bietet der Schreibstil eine vielschichtige Betrachtungsweise des 19. Februars 1951 und lässt einen realistischen Einblick in das Alltagsleben der Einwohner Nachkriegsdeutschlands zu.

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